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Hridaya

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Der Begriff Hrid(ayam) taucht in der Yogaliteratur nicht auf. Er wird von Ramana Maharshi erwähnt, der sich dabei auf sein eigenes Erleben und einen alten Text des Ayurveda (Ashtanga Hridayam) bezieht.

Hridaya setzt sich aus den beiden Worten „Hrid“ -das Herz und „Ayam“- das Zentrum zusammen und bedeutet „das Herz ist das Zentrum“. Mit diesem Zentrum ist nicht das physische Herz gemeint, und auch nicht das in der Mitte des Brustkorbs lokalisierte „Anahata-Chakra“.
Im Verlauf der spirituellen Reise werden aufsteigend nach und nach verschiedene Zentren, damit verbundenen Erfahrungsebenen und psycho-physische Kräfte durchschritten und zum Erleben gebracht.
Die ersten drei Erfahrungsebenen berühren stark vereinfacht unser materielles Dasein in der Welt: Besitz, Sexualität, Macht, und die damit verbundenen kosmischen Energien. Indem wir diese Ebenen als Energien ins Bewusstsein bringen; sie als reine Energien erleben und uns auf ihre aufsteigende Bewegung einlassen, lösen wir uns von ihnen. So können  wir sie für den Moment hinter uns lassen und ihre inhärente Kraft als Stütze für die weitere Bewegung aufwärts nutzen.
Im weiteren Verlauf werden die Energien in ihrer Subtilität immer dichter und verdrängen vollständig die Wahrnehmung des Körpers als Masse von Gewicht. Oberhalb des Kehlkopfes endet mehr oder weniger der sprachliche Ausdruck, mit Ausnahme der Schwingung der Silbe OM im Zentrum zwischen den Augenbrauen als Ursprung der Schöpfung.

Im obersten Energiezentrum, (Sahasrara-Chakra) das nicht mehr innerhalb des physischen Körpers liegt spricht die Wirklichkeit durch ihr ewiges Schweigen.

Die aufsteigende Bewegung der Energien sollte nun vervollständig werden durch ein Herabfliessen der höchsten Energien durch den gesamten Organismus. Dieser Prozess stellt die eigentliche Schwierigkeit dar.  Er beinhaltet die Integration der vitalen Energien in ein Unpersönliches hinein, ihr Einfügen in eine Ordnung, die sich nicht mehr aus  persönlichen Vorlieben, Abneigungen und Werten gestaltet. Da sich unser „ich-Gefüge“ nicht so leicht geschlagen gibt, kann es immer wieder mal versuchen, diesen Prozess zu stören, indem es selbstbezogenes Verhalten zur unpersönlichen Norm erklärt. Ein waches Durchschauen kann diesem Mustern die Grundlage entziehen.

Die bekannten sieben Energiezentren stellen keine abgeschlossene Kette dar. Vielmehr sind sie Eintrittspforten zu bestimmten Formen des Lebens und Erlebens. Unterhalb des Muladhara-Chakras liegen noch dichter gedrängte, langsamer schwingende Welten und Formen, die ihre eigene schaurig-schöne Vorstellung von  Leben verwirklichen, wie  auch oberhalb des Sahasrara-Chakras aufsteigend immer subtilere Lebensformen von Leere und Licht existieren. Es handelt sich in beide Richtungen um eine unendliche Kette von Welten und Lebensformen, die in ihrer Gesamtheit den Kreis des Lebens bilden. Jedes Lebewesen, jede Existenz enthält dabei in sich die Gesamtheit des Lebens.

Endlich erschliesst sich die Wahrheit, dass alle Zentren, auch das Höchste die Reflexion eines
Einzigen sind, -des Herzens (Hridaya). Mit dem Sahasrara-Zentrum  fallen sie in dieses Herz zurück, das auf der rechten Seite unserer Brust liegt. Hier ist das Erleben anfangloser Einheit; die Vereinigung von Endlichkeit und Unendlichkeit, von Licht und Schatten. Das Ausstrahlen dieses Lichts -  ist das eigentlich Heilende, da es vollständig absichtslos, als Ursprung der Ursprünge keinen Zweck verfolgt. Es leuchtet aus sich selbst, es erfüllt sich selbst.
Und so ist die spirituelle Lehre im Wesen nichts anderes, als die Lehre über das selbstlose Menschsein, ..die Verwirklichung von wirkender Selbstlosigkeit oder absichtslosem Wirken in der Welt.

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Comments


  • maa gold member
    March 10
    Edit | Reply
    thank you again so much for your precious offering ...


    marion

  • maa gold member
    December 25, 2007

    Edit | Reply
    eine sehr wertvolle studie der chakren und deren transzendenz ... vielen herzlichen dank für dein geschenk ... jean-marc wird diesen text sicherlich genauso schätzen wie ich ...

    gesegnete feiertage und alles liebe,

    marion


  • left
    December 24, 2007
    Edit | Reply
    Ich hab genossen Ihre Gedanken zu lesen, die Sie hier haben geteilt, in welchem ich viel Wahrheit glaube gefunden zu haben. Sogar beginnt der miserable Handel der Wissenschaft des heutigen Tages, einige der Sachen zu bestätigen, die in Ihrem Artikel erwähnt werden. Vielen Dank für das Zusammenstellen und Teilen. Mach's gut und schöne Weihnachten,

    AD


    • joyful silver member
      December 25, 2007
      Edit | Reply
      Vielen Dank für Ihre freundlichen Worte. Auf Ihrer Webseite und in Ihren Texten und Bildern begegnete ich einem sehr kreativen Geist.
      Von Herzen
      Ingrid